Welche Flächen eignen sich für Agri-PV in der Schweiz?

Welche landwirtschaftlichen Flächen eignen sich für Agri-PV in der Schweiz? Erfahren Sie, welche Faktoren bei der Standortprüfung entscheidend sind und worauf Landwirte sowie Grundeigentümer achten sollten.

STANDORTANALYSEAGRI-PV POTENZIAL

Jan Burri

7/27/20263 min read

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Die Verbindung von Landwirtschaft und Solarenergie gewinnt in der Schweiz zunehmend an Bedeutung. Agri-Photovoltaik (Agri-PV) ermöglicht es, landwirtschaftliche Flächen gleichzeitig für die Lebensmittelproduktion und die Stromerzeugung zu nutzen.

Doch eine der häufigsten Fragen lautet: Welche Flächen eignen sich überhaupt für Agri-PV?

Die kurze Antwort: Nicht jede Landwirtschaftsfläche ist automatisch ein geeigneter Standort. Zwar spielen Sonneneinstrahlung und Flächengrösse eine wichtige Rolle, entscheidend ist jedoch das Zusammenspiel vieler Faktoren. Dazu gehören die landwirtschaftliche Nutzung, die technische Umsetzbarkeit, die Netzanbindung sowie regulatorische Rahmenbedingungen.

Eine fundierte Standortprüfung schafft Klarheit und hilft dabei, Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen.

Was bedeutet Agri-PV überhaupt?

Unter Agri-PV versteht man Photovoltaikanlagen, die so geplant werden, dass die landwirtschaftliche Nutzung einer Fläche weiterhin möglich bleibt. Im Gegensatz zu klassischen Freiflächenanlagen steht nicht die reine Stromproduktion im Vordergrund, sondern die Kombination von Landwirtschaft und Energieerzeugung.

Je nach Kultur und Standort können unterschiedliche Anlagentypen zum Einsatz kommen:

  • Hoch aufgeständerte Systeme

  • Vertikale Modulreihen

  • Teilüberdachungen für Spezialkulturen

  • Kulturspezifische Lösungen für Obst-, Beeren- oder Weinbau

Welche Variante sinnvoll ist, hängt stark von den Anforderungen des jeweiligen Betriebs ab.

Welche Faktoren bestimmen die Eignung einer Fläche?

Eine seriöse Agri-PV-Bewertung berücksichtigt deutlich mehr als nur die verfügbare Fläche.

Sonneneinstrahlung

Grundsätzlich profitieren Solaranlagen von einer guten Sonneneinstrahlung. Dennoch ist eine hohe Einstrahlung allein kein ausreichendes Kriterium. Auch Ausrichtung, Verschattung durch Geländeformen, Waldflächen oder bestehende Infrastruktur können die Eignung beeinflussen. Wichtig ist daher eine standortspezifische Analyse statt einer pauschalen Beurteilung.

Landwirtschaftliche Nutzung

Die bestehende Nutzung der Fläche gehört zu den wichtigsten Faktoren. Besonders interessant diskutiert werden heute:

  • Obstbau

  • Beerenbau

  • Weinbau

  • Dauerweiden

Hier können Solarmodule teilweise zusätzliche Funktionen übernehmen, beispielsweise im Zusammenhang mit Witterungsschutz oder der Steuerung von Mikroklimata. Bei anderen Kulturen oder Bewirtschaftungsformen können die Anforderungen deutlich anders ausfallen.

Topografie

Die Geländebeschaffenheit beeinflusst die technische Planung erheblich. Zu berücksichtigen sind unter anderem:

  • Hangneigung

  • Ausrichtung der Fläche

  • Zugänglichkeit für Maschinen

  • Bodenverhältnisse

  • Erosionsrisiken

Eine Fläche mit guter Sonneneinstrahlung kann aufgrund ihrer Topografie dennoch nur eingeschränkt geeignet sein.

Netzanschluss

Ein oft unterschätzter Faktor ist die Netzinfrastruktur. Auch wenn eine Fläche landwirtschaftlich und technisch interessant erscheint, kann die Einspeisung des erzeugten Stroms eine Herausforderung darstellen. Die Distanz zum Netzanschlusspunkt oder verfügbare Netzkapazitäten beeinflussen die Machbarkeit eines Projekts teilweise erheblich. Eine frühe Prüfung der Netzanbindung ist deshalb sinnvoll.

Bewilligungsfähigkeit

Agri-PV-Projekte bewegen sich an der Schnittstelle von Landwirtschaft, Raumplanung und Energieversorgung. Welche Anforderungen erfüllt werden müssen, hängt vom konkreten Standort und den geltenden Rahmenbedingungen ab. Daher sollte die Bewilligungssituation frühzeitig geprüft werden. Allgemeingültige Aussagen sind ohne Flächenanalyse kaum möglich.

Welche Flächen sind häufig weniger geeignet?

Nicht jede Fläche erfüllt die Voraussetzungen für ein Agri-PV-Projekt. Herausfordernd können beispielsweise sein:

  • Stark verschattete Flächen

  • Standorte mit schwieriger Erschliessung

  • Flächen mit ungünstigen Netzanschlussbedingungen

  • Topografisch anspruchsvolle Lagen

  • Standorte mit eingeschränkter Bewilligungsfähigkeit

Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass ein Projekt ausgeschlossen ist. Es zeigt vielmehr, warum eine individuelle Standortanalyse unverzichtbar ist.

Warum eine Standortanalyse entscheidend ist

Viele Entscheidungen rund um Agri-PV werden heute noch auf Basis von Annahmen getroffen. Eine professionelle Standortanalyse kann frühzeitig Antworten liefern auf Fragen wie:

  • Ist die Fläche grundsätzlich geeignet?

  • Welche Chancen bestehen für die landwirtschaftliche Nutzung?

  • Welche technischen Herausforderungen sind zu erwarten?

  • Wie sieht die Netzsituation aus?

  • Welche regulatorischen Aspekte sollten berücksichtigt werden?

Je früher diese Fragen geklärt werden, desto fundierter können weitere Projektschritte geplant werden.

Was bedeutet das für Landwirte?

Für Landwirte steht die langfristige Bewirtschaftung der Fläche im Vordergrund. Eine geeignete Agri-PV-Lösung sollte deshalb:

  • Die landwirtschaftliche Nutzung berücksichtigen

  • Betriebsabläufe unterstützen

  • Maschineneinsatz ermöglichen

  • Produktionsziele respektieren

  • Langfristig tragfähig sein

Eine sorgfältige Prüfung hilft dabei, Chancen und Einschränkungen realistisch einzuschätzen.

Wie TerraVision unterstützt

TerraVision unterstützt Landwirte, Grundeigentümer, Gemeinden und Projektentwickler bei der Beurteilung von Agri-PV-Standorten in der Schweiz. Dazu gehören unter anderem:

  • Standortanalysen

  • Potenzialbewertungen

  • Erste Machbarkeitseinschätzungen

  • Unterstützung bei der Projektanbahnung und Umsetzung

Ziel ist es, Chancen und Herausforderungen frühzeitig sichtbar zu machen und fundierte Entscheidungen zu ermöglichen.

Fazit

Die Frage, ob eine Fläche für Agri-PV geeignet ist, lässt sich nicht pauschal beantworten.

Neben Sonneneinstrahlung spielen die landwirtschaftliche Nutzung, die Topografie, die Netzanbindung und die regulatorischen Rahmenbedingungen eine entscheidende Rolle. Zwei benachbarte Flächen können deshalb völlig unterschiedliche Voraussetzungen aufweisen.

Wer das Potenzial einer Fläche seriös einschätzen möchte, sollte auf eine strukturierte Standortanalyse setzen. Erst dadurch wird sichtbar, ob und in welcher Form Agri-PV zu den Zielen des Betriebs oder des Grundeigentümers passen kann.

Möchten Sie wissen, ob Ihre Fläche für Agri-PV geeignet sein könnte?

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